In Eggstätt und Breitbrunn brummt es wieder
Am Donnerstag den 09.04.2026 hat das tieffrequente Brummen wieder eingesetzt oder wurde zumindest ab diesem Datum erstmals wieder wahrgenommen.
Da in unserer Gegend angenommen wird, die Infraschall-Emissionen haben wahrscheinlich mit dem örtlichen Gasspeicher Breitbrunn zu tun, gehen auch wir mutmaßlich davon aus, diese Erscheinung hat mit dem Gasgeschäft zu tun.
Der Betreiber des Gasspeichers Breitbrunn (UNIPER) gibt auf seiner Homepage an, bis jetzt keine Einspeisung in den Speicher Breitbrunn vorzunehmen.
Auch eine Ausspeisung findet zurzeit, lt. Angaben von UNIPER, nicht statt.
In Breibrunn wird also nicht eingespeist. Im "benachbarten" Speicher Bierwang aber durchaus, und zwar bis ca. 3,5 Mio. m³ pro Tag (ca. 40.000 Mwh).
Beide Speicher sind mit zwei mächtigen Hochdruckleitungen verbunden. Derartige Transportpipelines haben üblicher Weise einen Durchmesser von 1,2 bis 1,4m und sind für Drücke bis 100bar (!) ausgelegt. Diese zwei Transportleitungen führen von Speicher Breitbrunn Richtung norden, verlaufen an Seeon, Obing und Schneitsee vorbei und enden im Erdgasspeicher Bierwang.
Ob im Verlauf der gesamten Trasse ein Infraschall zu messen ist, haben wir noch gar nicht ermittelt. Sollte es aber der Fall sein, könnte diese Erscheinung nicht unbedingt etwas mit der Ein- oder Ausspeisung des Gases in die Speicher zu tun haben sondern mit den Hochdruckleitungen an sich.
Erinnern wir uns nur an das Brummtonproblem in Steinhöring, das vor ca. 10 Jahren angefangen hat und das bis heute offensichtlich nicht aufgeklärt worden ist. Wenn man bedenkt, dass an Steinhöring nicht nur eine Öl-Pipeline von OMV verläuft, sondern auch verschiedene Gashochdruckleitungen vorbeiführen, ist ein Verdacht auf Infraschall durch die Gaspipelines gar nicht so abwegig. Womöglich handelt es sich um ein und das gleiche Phänomen. Wir werden der Sache nachgehen.
Aus welchem exakten technischen Grund der Infraschall also wieder eingesetzt hat, können wir so noch nicht wissen. Ob Gas gepumpt wird, die Transportleitungen unter Druck gesetzt wurden oder ob das Gas einfach zwischen Bierwang und Breitbrunn im Kreis läuft ist nicht bekannt.
Genaue Werte des Infraschalls können wir im Moment leider auch nicht angeben, da unser Messmikrofon defekt ist und ersetzt werden muss. Es wird ein Nachtrag folgen.
Wir werden aber die Umstände der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Bergamt Südbayern anzeigen. In der Zwischenzeit können sich aber alle Betroffenen aus dem Gebiet nördlich vom Chiemsee, aus dem Gebiet von Obing, Schneitsee und Bierwang gerne unter mail@desinformierer.de melden. Wir werden die Absender vertraulich behandeln. Alternativ können Sie auch direkt an das Bergamt schreiben unter bergamt@reg-ob.bayern.de .
Da wir Euch zur Zeit keine aktuellen Messungen präsentieren können, untenstehend einige typische Messungen hier vor Ort aus den vergangenen Jahren. Wir liefern aber nach.
Originalartikel (Erstmeldung 2024) hier
(RS. 11.04.26 Quellen: UNIPER, Energienetze Bayern, )