Sind wir in Bayern ewig die Gestrigen?
Das Wahlverhalten der Bürger Bayerns mag ein eindeutiger Hinweis dafür sein. Hier soll es aber um etwas völlig anderes gehen. Es geht um das leidige Thema des Wasserkraftwerks auf der Salzach bei Tittmoning.
Das Thema ist seit mindestens 2016 aktuell. Damals beschloss das bayerische Kabinett, Strom durch Wasserkraft aus der Salzach zu beziehen. Angenehmer Nebeneffekt wäre, die Vertiefung der Salzach, was offensichtlich ein Problem darstellt, würde nicht voranschreiten.
Man würde also zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen. Ist doch gut oder?
Die Salzach ist an dieser Stelle längstens begradigt, nicht mehr natürlich und fließt mehr oder weniger auf ca. 5km Länge wie am Lineal gezogen. Was spricht also dagegen, genau hier ein nützliches Wasserkraftwerk hinzusetzen, das weder co² produziert noch wesentlichen Schaden in dem, eh schon verhunzten, Flusslauf verursacht.
Da hat die Regierung aber die Rechnung ohne den allgegenwärtigen bayerischen Umweltschützer gemacht. Dieser Umweltschützer heißt BUND Naturschutz in Bayern e.V. Am 28.05.2025 übergab der BNB 16.666 Unterschriften an dem Chef des bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, dem Herrn Dr. Christian Barth. Nicht eine der Unterschriften war naturgemäß für den Bau des Kraftwerks.
Statt dessen fordert man eine Renaturierung der Auen. Diese böten seltene Lebensräume für Arten, die angeblich einen unschätzbaren Wert haben. Ach ja, die Fische würden so auch nicht geschädigt werden.
Eine Wasserexpertin der BNB, Frau Dr. Christine Margraf, verweist darauf, dass das Kraftwerk eh keinen Sinn macht, da eine grundlastfähige Stromproduktion schon jetzt nicht mehr möglich ist, es gäbe zu wenig Wasser, und zwar an 170 Tagen im Jahr. Unsere Frage ist, wieso dann die Auen gefordert werden, wo doch die Salzach offensichtlich langfristig zum Bächlein mutieren soll?
So könnte Ihr Kraftwerk aussehen! Nein? Schade...
(Bild: Eweht. Salzachkraftwerk Sohlstufe Lehen, Stadt Salzburg)
Man verweist auf „Studien“, wonach zwei wichtige Zuflüsse der Salzach in den Jahren 2081 – 2100 um 40% abnehmen sollen. Abgesehen davon, dass es erst in 56 Jahren so weit sein soll, wobei dann das Projekt längstens amortisiert ist, fragt man sich ernsthaft, wer macht solche Studien? Studien, die den Wasserstand in Oberbayern ein halbes Jahrhundert im Voraus voraussagen wollen und wer behauptet ernsthaft, sie wären seriös? Die andere Frage ist: wer glaubt’s, wo doch die Eismassen am Südpol wieder zunehmen, obwohl sie eigentlich rapide schmelzen sollten? Host mi?
Auf der Österreichischen Seite stehen auf der Salzach ganze zwölf Laufwasserkraftwerke, ohne, dass das Wasser schlecht geworden ist. Es ist weder tot, es ist nicht grün und auch nicht stinkend. Und auch in Österreich gibt es Fische und Lebewesen in der Salzach.
Was also hindert uns daran, sich mit dem Kraftwerk auf der Salzach anzufreunden, außer das ewige und typisch bayerische Zwidersein?
(Quelle: BNB, stmuv.bayern.de / RS. 30.05.2025)