Der Pranger
Hier stellen wir an den Pranger den Zustand der Staatsstraße 2095, in dem Abschnitt zwischen Bad Endorf und dem Eggstätter Kreisel. Diese wichtige Straße, die die Kreisstädte Rosenheim und Traunstein verbindet, befindet sich in diesem Abschnitt in einem völlig desolaten Zustand, stellenweise nahe der Auflösung. Auf dem nur ca. 4,4km langem Teilstück zählen wir unzählige Flicken, also dahingeworfener Asphalt verdichtet mit einer Schaufel. Davon gibt es Hunderte. Einem nicht ortskundigen Verkehrsteilnehmer drohen üble Überraschungen, Buckel und teilweise kaum sichtbare Dellen und Senken. Der überraschte Fahrer wird nach links und rechts geworfen, die Fahrwerke an die Grenze der Belastbarkeit gebracht. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann hier schwerwiegende Unfälle passieren, auch z.B. bei Motorradfahrern.
Der ortskundige Verkehrsteilnehmer fährt mittlerweile Slalom zwischen all den „Hindernissen“, zum Teil im Gegenverkehr oder auf dem Bankett.
Wollen wir uns mal einige Stellen dieses 4,4km langen Abschnitts näher ansehen und betrachten die möglichen Gefahren.
Als erstes wollen wir uns dem Hemhofer Berg widmen. Dieser bedarf, unserer Meinung nach, einer Grundsanierung. Also abreißen und neu bauen. Von Bad Endorf kommend macht jeder Verkehrsteilnehmer zwangsläufig die Bekanntschaft mit zwei nebeneinander liegenden Dellen, die kaum sichtbar sind. Der Abstand der Dellen zueinander ist so, dass du, vom PKW bis hin zum LKW, mit beiden Rädern zwangsläufig und gleichzeitig da hineingerätst. Mit vielleicht 100km/h, die dort erlaubt sind, den steilen Berg abfahrend, hebt es das Fahrzeug jedes Mal und mit absoluter Sicherheit aus den Federn. Was das bei einen ungeübten oder überraschten Fahrer für Reaktionen auslösen kann ist immer ungewiss. Ist man mit einem Camper unterwegs, kann man danach den „Haushalt“ neu ordnen, vielleicht gar die Scherben zusammenkehren. Bei Motorradfahrern kann man nur hoffen, dass diese zufällig den Weg zwischen den beiden Dellen treffen. Ansonsten ist ein unfreiwilliger Abflug absolut möglich. Quadfahrer, die also ein Fahrzeug mit einer geringeren Achsbreite lenken, geraten da mit nur einem Rad hinein. Das Quad ist dann kaum mehr in der Spur zu halten. Die mögliche Folge ist ein Verreißen zum Gegenverkehr oder Richtung Landschaft.
Auch bergauf ist der Hemhofer Berg recht unterhaltsam. Zunächst findet sich am Fuße des Bergs da eine Stelle die undefinierbar gewellt ist. Da will das Lenkrad nach rechts und links. Also schön festhalten. An dieser Stelle hilft im Moment nur mit dem linken Rad über dem Mittelstrich zu fahren. Auch hier ist der Quadfahrer und der Zweiradfahrer besonders gefährdet. Im letzten Drittel der Auffahrt erwartet uns dann noch ein ziemliches Waschbrett, das uns die Innereien zuverlässig durchmassiert.
Hat man den Langbürgner See ungeblitzt passiert (Achtung, diese Stelle ist eine beliebte Abzockfalle, also schön 70 fahren) finden wir uns auf der Höhe des Gewerbegebiet Natzing ein. Dieses Teilstück auf der Höhe des Gewerbegebiets, befindet sich mittlerweile in Auflösung. Flicken reit sich hier an Flicken, manche verdecken nur unzureichend ziemlich tiefe Dellen. Hier leidet das Fahrwerk und die Nerven des Verkehrsteilnehmers. Es kann nur gemutmaßt werden, wie viele Federn hier schon zu Bruch gingen.
Da nun künftig und auf Schulden der kommenden Generationen bedeutende Mittel für die Infrastruktur angeblich bereit stehen sollen, erwarten wir eine Sanierung dieses Straßenabschnitts.
(RS 04.25)
Erste Erfolgsmeldung! Oder doch nicht?
Offensichtlich wurde unser Artikel von den Verantwortlichen gesehen. Seit wenigen Tagen ist am Fuß des Hemhofer Berges etwas entscheidendes geschehen. Es wurde...(Trommelwirbel...Hallelujagesang...) ein Schild aufgestellt, Gefahrenzeichen (101). Es ist ein Dreieck mit einem Ausrufezeichen und dem Zusatzschild "Straßenschäden". Ach echt? Ja?
Nun ja, mit der Aufstellung dieses Schildes will man sich offensichtlich ab sofort von Fragen einer Haftung befreien. Ja, damit seid Ihr selbst Schuld, wenn Euch was passiert, wenn Ihr da lang fährt. Aber sei es drum. Ein Erfolg für uns ist es, dass man auf das Problem überhaupt aufmerksam geworden ist. Wir werden künftig dran bleiben.
(RS 30.04.25)
Nachtrag vom 09.05.2025:
Wir haben auf der Strecke nun weitere Gefahrenzeichen 101 entdeckt. Das scheint nun auf diesem kurzen Teilstück das am häufigsten Aufgestellte Verkehrszeichen zu sein. Seien wir mal gespannt, wie das weiter Vorgehen der zuständigen Behörden sein wird. Sollte sich hier bis zum Herbst nichts weiter tun, werden wir eine presserechtliche Anfrage an die Behörden stellen. (RS).
Haben auch Sie etwas für unseren Pranger? Dann her damit. Senden Sie uns Ihre Story inkl. lizenzfreier (am besten eigener) Bilder. Wir bemühen uns Ihren Pranger hier aufzunehmen. Schreiben Sie an leser@desinformierer.de