Weihnachten abgesagt?
In vielen Orten in Deutschland ist es tatsächlich so. Weihnachtsmärkte werden abgesagt oder umbenannt. Weihnachten zieht sich in die häuslichen vier Wände zurück.
Die Terroranschläge auf Weihnachtsmärkte in den vergangenen Jahren, wobei uns insbesondere der Anschlag in Berlin aus dem Jahr 2016 sowie der letztjährige Anschlag in Magdeburg in Gedächtnis geblieben sind, haben die Angst vor Terror verfestigt. Verfestigt in den Köpfen der Besucher aber auch in den Köpfen der Verantwortlichen. Die Folge sind gestiegene Sicherheitsmaßnahmen, Absperrungen mittels s.g. Merkel-Poller bzw. Merkel-Lego, also Betonbarieren, verstärkte Personenkontrollen, Präsenz von Sicherheitskräften. Diese Maßnahmen, die einem schlicht die Lust an einer traditionellen Veranstaltung nehmen, hat es früher nicht gegeben und wenn, dann nur bei sehr großen Veranstaltungen.
Die Kosten dieser Sicherheitsmaßnahmen sind enorm. Viele Veranstalter können diese Kosten nicht mehr stemmen. Die Folge ist eine Absage der Weihnachtsmärkte in diversen Orten. Die Liste der Absagen ist lang, vor allem in kleineren bis mittleren Orten und Städten. Das zuletzt bekanntgewordene Beispiel ist die Absage des Weihnachtsmarktes in Overath (NRW). Eine Stadt mit 26 Tausend Einwohnern.
Die Angst vor Terroranschlägen, vor allem islamistischer Prägung, ist nicht unbegründet. Die Liste solcher Anschläge ist, europaweit betrachtet, lang. Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu solchen Gewalttaten, mal als Amokfahrt, mal mit dem Messer, wie z.B. 2023 auf dem Solinger Stadtfest oder auf dem Mannheimer Marktplatz im Mai 2024. Noch während der Entstehung dieses Artikels erreicht uns die Nachricht über eine Amokfahrt in Frankreich. Dort hat ein "Mann" mit Französischer Staatsangehörigkeit gezielt Menschen überfahren. Derzeit zehn Verletzte. Bei der Verhaftung soll er "Allahu Akbar" gerufen haben.
Nach dem heutigen Verbot der muslimischen Gruppe "Muslim interaktiv", also dieser Gruppe die lauthals den Kalifatstaat in Deutschland forderte, könnte die Gefahr sogar steigen, sollten sich die islamistischen Kräfte in Deutschland dadurch weiter radikalisieren. Da sind christliche Symbole und Traditionen natürlich als Anschlagsziele sehr verlockend.
Eine Ausgeburt dieser Angst ist es, ohne jeder Not, die Weihnachtsmärkte einfach umzubenennen. Diese heißen dann "Wintermarkt" oder "Genussmarkt". Ob man tatsächlich glaubt diese Veranstaltungen dadurch aus der Schusslinie der Islamisten zu nehmen?
Die Absage von traditionellen Weihnachtsmärkten kommt einer gesellschaftlichen Kapitulation gleich.
Wir sollten uns aber nicht damit abfinden unsere Traditionen und Gewohnheiten einfach so aufzugeben. So etwas kann uns nicht gleichgültig sein. Die Alternative wäre die völlige Aufgabe aller Bräuche und Kultur, Kinder, die keine Weihnachten oder Ostern mehr kennen, kein Leonhardiritt kein Trachtenverein. Ob jemand eine "jetzt erst recht" Haltung einnimmt, muss aber jeder für sich entscheiden.
(RS. 05.11.2025)