Chrupalla fordert den Abzug der Amis

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Die Bildzeitung meldete am 28.03.2026 in einem relativ zurückhaltenden Artikel (vom Titel mal abgesehen) unter anderem, Tino Chrupalla Co-Vorsitzender der AfD, hat beim Landesparteitag in Löbau den Abzug der US-Truppen aus Deutschland gefordert. Was der Bildzeitung nicht sonderlich sensationell erschien, brachte einige Vertreter anderer Parteien dazu, die AfD wieder mal nach Kräften zu Framen. Der Deutungsrahmen war, wie immer wenn es um die AfD geht, wieder der gleiche.

So schrieb der CDU Politiker Manuel Schwalm gestern auf X: „Ich weiß noch, wie vor ein paar Monaten AfDler wie Frohnmaier und Weidel wie Honigkuchenpferde in die Kamera grinsten und sagten, dass man sich schon entscheiden müsse, die AfD als Partei Trumps oder Putins zu bezeichnen. Schließlich war doch der Austausch mit den USA "hervorragend". Wie könne man da Putins Pet sein?“

Dr. Dr. Rainer Zitelmann Historiker und Mitgleid der FDP schrieb:
„JEDE, absolut JEDE außenpolitische Stellungnahme von Chrupalla liest sich, als sei sie im Kreml geschrieben. Alternative für Putin.“

Alexander Steffen, der nach eigenen Angaben am Comeback des Liberalismus arbeitet, ebenfalls FDP, schrieb: „Wer sowas fordert ist kein Patriot! Die außenpolitische Nähe zwischen Linke und AfD ist außerdem kein Zufall.“

Auch Wolfgang Kubicki, der wahrscheinlicher künftige Vorsitzende der FDP sprach: „Tino Chrupalla und alle, die auf dem Hufeisen „Ami go home“ schreien, sind entweder dumm oder wollen unserem Land aktiv schaden.“

Während Persönlichkeiten anderer Parteien das Thema mehr oder weniger unbeachtet links liegen ließen, ist die Häufigkeit der Empörungsposts seitens Repräsentanten der FDP auffällig. Ob hier die FDP eine Nibelungentreue mit den USA präsentieren will, obwohl sie seit Trump eigentlich für ein souveränes Europa plädiert, ist eher unwahrscheinlich. Es ist eher zu vermuten, man glaubt in der FDP sich mit einem Konfrontationskurs zur AfD wieder ins Gespräch zu bringen. Wenn das so ist, so ist dieses gründlich misslungen. Noch nicht mal die linke Ecke der Gesellschaft, die sonst nicht mit Schimpfworten gegen die AfD geizt, hat dieses Thema aufgegriffen. Das ist soweit aber auch nicht verwunderlich, ist der Abzug der Amerikaner eine der zentralen Forderungen der Linken. Schon immer.

Die FDP hingegen scheint tatsächlich zu glauben, hier etwas Ungeheuerliches und Sensationelles aufgedeckt zu haben. An dieser stelle sei der FDP gesagt, es ist ein alter Hut. Der Abzug der s.g. Alliierten ist eine der ersten Forderungen der AfD überhaupt und steht sogar im Grundsatzprogramm der Partei im Pkt. 4. (s. Bild).

Überhaupt scheint die AfD sich zuletzt mit einem klareren, geschärften Profil präsentieren zu wollen. So sprach die Führung der AfD bereits am ersten Tag des aktuellen Irankrieges von einer Verletzung des Völkerrechts sowie davon, der Krieg wäre nicht gut für Deutschland.
Angesichts der aktuellen Lage, insbesondere bei der Energieversorgung, scheint die AfD recht zu behalten.
Nun bezeichnete Tino Chrupalla den Krieg gegen den Iran sogar als „Angriffskrieg“. Insgesamt ist es eine starke und klare außenpolitische Positionierung der AfD, die für Klarheit sorgt. Die AfD spricht sich klar gegen jede Einmischung in internationale Konflikte.

(RS. 30.03.26)

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