Wo warst Du, als Gott Cojones verteilte?
Also wo warst du? Diese Frage kann jeder für sich selbst beantworten. Der Eine bekam schöne dicke, der Andere zwei mickrige, noch andere wahrscheinlich nur eines.
Seit heute können wir aber mit absoluter Sicherheit sagen, wo 50 Abgeordnete der Union bei der göttlichen Eierverteilung waren… diese waren woanders.
Seit Wochen tobt der Streit um das Rentenpaket. Nicht innerhalb der Koalition, sondern innerhalb der Union selbst. Das Rentenpaket wurde von Arbeitgeberverbänden, Wirtschaftsverbänden, Wirtschaftsexperten kritisiert, weil es durch die Kosten in die Staatspleite oder zumindest in die finanzielle Handlungsunfähigkeit des Staates führt. Und das nicht in weiter Ferne, sondern schon in wenigen Jahren. Die Lasten werden auf künftige Generationen abgewälzt, also nach uns die Sintflut.
Ganze 18 Abgeordnete der sogenannten „jungen Gruppe“ innerhalb der Union stellten sich in den letzten Wochen offen gegen das Rentenpaket und somit auch gegen Friedrich Merz. Eine der völlig richtigen und nachvollziehbaren Begründungen war, man könne den jetzt jungen nicht diese finanzielle Bürde auferlegen. Das ist gegen die Generationengerechtigkeit und mit enormen langfristigen Kostenrisiken und der drohenden Überlastung des Haushalts verbunden.
Diese 18 Abgeordnete kündigten an, bei der heutigen Abstimmung im Bundestag mit „nein“ zu stimmen.
Daraufhin wurden genau diese „jungen Rebellen“, wie sie auch genannt wurden, innerhalb der Unionsfraktion derart „bearbeitet“, dass bei der heutigen Abstimmung von den 18 lediglich 7 übrigblieben. Es wurde denen gedroht und es wurde übelst erpresst. Man drohte mit dem Entzug von Listenplätzen und wahrscheinlich noch mit anderen Ungeheuerlichkeiten. Man hat jeden einzelnen persönlich „eingenordet“.
Und so kam es, dass bei der heutigen Abstimmung im Bundestag die SPD ihr Lieblingsprojekt genehmigt bekam. Das wäre so oder so passiert, denn „die Linke“ hat schon im Vorfeld angekündigt nicht dagegen zu stimmen. Merz war es aber wichtig, dass das Rentenpaket der SPD mit der s.g. „Kanzlermehrheit“ durchgewunken wird. Und tatsächlich gelang dieses. Von den 18 Rebellen sind am Ende nur 7 übrig geblieben, die dagegen stimmten. Der Rest wollte scheinbar lieber ihre Parteiprivilegien behalten oder sie haben sich übelst einschüchtern lassen.
Insgesamt haben nach der Abstimmung ca. 50 Abgeordnete der CDU/CSU-Fraktion persönliche Erklärungen beim Bundestagspräsidium abgegeben. Darin betonten sie, dass sie das Rentenpaket inhaltlich ablehnen, aber aus Fraktions- oder Koalitionsgründen trotzdem zugestimmt haben.
Insgesamt hat die Regierung seit der Regierungsübernahme nun zwei mal gigantische Lasten in die Zukunft verschoben. Zunächst mit dem gewaltigen Schuldenpaket, nun mit dem Rentenpaket. Experten rechnen vor, dass bereits 2029, also schon in vier Jahren, das Land finanziell nicht mehr handlungsfähig sein könnte. Langfristig bedeutet das Enteignung durch Inflation und Steuererhöhungen.
Die Union verliert überall an Zuspruch. Nicht nur bei der Wählerschaft sondern auch bei den Wirtschaftsverbänden, den Arbeitgeberverbänden und in der Wirtschaft selbst. Aber Hauptsache, Merz kann weiter Kanzler. Die Grube, die sich die Union selbst gräbt, wird immer tiefer.
(R.S. 05.12.2025)