Bombastische Stimmung in Deutschland

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Erfahrungsbericht vom 02.04.2026.
Ich muss tanken. Das neue Gesetz, wonach die Preise an der Tanke nur noch einmal am Tag erhöht werden dürfen ist gerade einen Tag alt. Soll die Preise dämpfen, hat man uns gesagt. Vor dem Gesetz habe ich den Diesel um die 2,23 EUR gesehen. Schrecklich teuer. Nun fahre ich an einer Tankstelle vorbei. Es ist 15.30 Uhr, der Preis 2,45 EUR. Komisch, der Rohölpreis ist doch gesunken?
Egal, ich muss nicht zu der „normalen“ Tanke. Ich fahr zum Großhändler, der auch eine kleine Dieseltankstelle betreibt. Ich Glücklicher! 2,24 EUR! 107,24 EUR später muss ich mal „Bargeld tanken“. Der einzige Automat auf dem Dorf ist auf einer weiteren Tankstelle. Ein Blick auf die Preistafel schockt mich nicht, ist mir schlicht egal. Ich kann nun 890 km fahren, sagt der Bordcomputer.

Aber seltsam… ein Tag vor Ostern und keine Kunden? Nicht ein Auto, nicht ein Kunde? Keine tankt? Nicht einer? Nur ich und der Geldautomat. Tanstelle wie ausgestorben, einen Tag vor Ostern. Die Uhrzeit sagt: 15.48 Uhr.

Ich brauche Hundefutter! Gibt es, sinniger Weise, im Baumarkt. An der Kasse muss ich, zwangsbedingt, mit der Kassiererin Smalltalk halten. So bin ich halt. Oje, 28 EUR für 10 Dosen Hundefutter! „Habe ich überhaupt genug Geld dabei, ich war gerade tanken“ gebe ich bekannt, wohlwissend, dass der Geldbeutel einigermaßen erträglich gefüllt ist.

„Es ist nicht zu glauben, was der Sprit kostet. Ein bekannter war gerade in der Slowakei, da kostet der Sprit eins fünfzig“, kommt von dem Zahlungswilligen hinter mir.
„Sehen sie“, sage ich, „bei uns sind 60% Steuern und Abgaben drauf, Spritsteuer, CO2 Abgabe und Mehrwertsteuer oben drauf. Da brauchen sie sich nicht wundern. Der Staat macht den Reibach mit dem Preis. Des nächste mal wählen sie anständig!“, sage ich. Dabei zeige ich auf mein Cappy. Da steht frontal AfD drauf.

Ab zum Discounter meiner Wahl. Geschissen voll drin. Hilft nichts. Salat, Brot, Wurst, Käse, Sonderposten. Jägermeister im Angebot. Muss ich mitnehmen. Ich vernehme eine schreiende Stimme. „Nimmst dei Wagerl da weg, i kimm ned vorbei!“. Ich schaue mal neugierig ums Eck. Ein etwa 50-jähriger, des bayerischen mächtig, schimpft einen anderen Mittvierziger, nicht den nötigen Platz frei gelassen zu haben. „Ja Sorry, nicht gleich so aggressiv ja!!!“, antwortet dieser recht laut und offensichtlich angepisst.

Fährt beim Zurückziehen den Wagen des Kontrahenten verärgert und wohl absichtlich an. Ich muss an Autoscooter denken.

Die Kassen haben Schlangen. Hab einmal gewechselt und gewonnen. Es geht einigermaßen voran. Links daneben die Selbstabkassierportale. Vier Plätze, drei Selbstabkassierer vorhanden. Ganz links grummelt wer. „Scheißding, nimms!“... „Mogst mi ned?!“... „Herrgotnochamoi, wos is dei Problem!“. Die Stimme wird immer lauter. Filialleiter (oder so was) kommt. Hier ein Chip hingehalten, da ein Getippte auf dem Schirm. Alles gut. Mann packt ein und geht. Ich zahle bar.

Das Auto beladend muss ich fast lächeln. „Deutschland ist zwider“, denke ich mir so. Das ganze babylonische Geschwafel vorhin, was auch da war, habe ich schon wieder vergessen. Die Babylonier waren nicht auffällig. Die unsrigen kommen aber zur Zeit scheinbar nicht wirklich klar.

Das waren zwei Stunden auf dem Dorf in Bayern.

(R.S. 03.04.26)

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