Das Problem mit dem Dogma

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Als Dogmatismus versteht man das starre, unkritische Festhalten an Überzeugungen, Lehrmeinungen oder Weltanschauungen, die als absolut wahr und unantastbar betrachtet werden. Er zeichnet sich durch die Weigerung aus, eigene Positionen zu hinterfragen oder alternative Ansichten zu akzeptieren. Dies kann zu Fanatismus und sozialer Isolation führen. 

Diese schöne Beschreibung erweiterten wir aus der Definition der Bundeszentrale für politische Bildung. Sie dürfte recht zutreffend sein.

Während ein Festhalten an Dogmen im privaten Bereich tatsächlich wahrscheinlich höchstens zur gesellschaftlichen Isolation führt, sind Dogmen, die ganze Gruppen oder gar Gesellschaften beherrschen ungleich gefährlicher. Solche Dogmen führen am Ende zum Fanatismus, Ausgrenzung und nicht selten zu Toten. Zuweilen sehr vielen Toten.

Beispiele aus der Geschichte gibt es unzählige. Hier drei davon.

Dogma: "Hexen" seien für Missernten, Pest und Seuchen verantwortlich, haben einen Pakt mit dem Teufel und praktizieren schädliche Magie.
Diese Massenhysterie führte zu 40.000 – 100.000 Todesopfern (verbrannt, erhängt, ertränkt usw.), zumeist Frauen

Dogma: „Juden“ seien für alles Übel in der Welt verantwortlich, betreiben eine Weltverschwörung und sind Untermenschen.
In der Folge wurden sechs Millionen europäische Juden ermordet, mindestens 500.000 sind geflüchtet.

Dogma des „Manifest Destiny“ in Nordamerika. Hier wurde die indigene Bevölkerung Nordamerikas für Minderwertig erachtet und entmenschlicht. Die „Weißen“ hielten es für gottgegebenen Auftrag, sich über den gesamten Kontinent auszubreiten. Das Land wurde als unbenutzt und unbewohnt betrachtet, trotz vorhandener autochthoner Bevölkerung.
In der Folge starben in kriegerischen Auseinandersetzungen direkt Zehntausende, womöglich Hunderttausende (Angaben hierzu existieren nicht, nur Schätzungen). Von ursprünglich bis zu 16 Millionen „Indianern“ blieben zu Anfang des 20-en Jahrhunderts gerade mal ca. 300.000 übrig.

Auch unsere Gegenwart ist voller Dogmen. Darunter gibt es einige, die ganze Gesellschaften vernichten oder ins „Elend“ stürzen können.

Das hervorstechende schädliche Dogma ist der s.g. „menschengemachte Klimawandel“.
Über drei Jahrzehnte lang eindringlich durch viele namhafte Protagonisten propagiert, fand dieses Dogma einen fulminanten Einzug in die Gesellschaft und zwar weltweit. Die Mehrheit der Bevölkerung dürfte nach wie vor von der Richtigkeit des Dogmas überzeugt sein, obwohl es sich eigentlich nach wie vor lediglich um eine Theorie handelt bar eines unumstößlichen Beweises. Die Folge ist, dass die Gesellschaft, insbesondere die Deutsche, durch Selbstkasteiung versucht eine Verantwortung für die weltweite Klimastabilität zu übernehmen. Die Folge wird ein Niedergang ganzer Gesellschaften sein, vor allem in Europa.

Das Dogma: „die ewige Schuld“ oder der „Schuldkult“. Dieses Dogma ist in Deutschland weit verbreitet und wird auch aktiv gepflegt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde in Deutschland berechtigterweise eine Aufarbeitung der Schuld der Deutschen an den Weltkriegen und dem Holocaust gestartet. Diese Aufarbeitung findet allerdings selbst 80 Jahre nach dem Ende des Krieges keinen Abschluss. Ganze vier Generationen sind seit den schrecklichen Ereignissen angetreten und dennoch ist eine Art des Schuldbewusstseins in der Bevölkerung zu spüren. Dieses Dogma wirkt auf das Land gewissermaßen als Hemmschuh und hindert Deutschland daran, sich am Weltgeschehen selbstbewusst und aktiv zu beteiligen. Statt dessen bemühen wir uns darum, auf jede Wunde der Welt ein Pflasterchen zu kleben.

Dogma: „der Russe ist böse“. Dieses wird seit dem völkerrechtswidrigen Einmarsch der Russen in der Ukraine verbreitet. Ohne die Hintergründe dieses Krieges zu beleuchten und sich mit denen gesellschaftlich auseinanderzusetzen, wird dieses Dogma als Handlungsautorisation, vor allem in Europa, gepflegt. Es wird von der breiten Maße in der Bevölkerung ungeprüft übernommen, was sich in der weiteren Folge des Konflikts durchaus als schädlich erweisen kann.

Das Dogma „Trump ist ein Faschist und ein Diktator“ ist insbesondere in der linken Szene weit verbreitet (aber nicht nur dort) und wird dort auch unwidersprochen angenommen.

Befeuert wird das Dogma bereits seit neun Jahren durch den Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunk und die linke Presse. Der Dogmatismus in Bezug auf Trump und die MAGA-Bewegung ist dort bereits derart verwurzelt, dass daran nicht nur festgehalten, sondern auch z.T. innigst geglaubt wird. Das beweist z.B. der Fakenews-Skandal neulich beim ZDF. Die Folge sind deutlich verschlechterte Beziehungen zu dem transatlantischen Partner, hier auch mit wirtschaftlichen Nachteilen.

Das AfD-Dogma: “AfD = Nazi = Drittes Reich = Diktatur = Ende der Demokratie“.
Dieses Dogma wird seit 2015 gezielt aufgebaut und fruchtet in der Bevölkerung relativ gut. Dabei gibt es weder in der Programmatik der AfD irgendein Beweis dafür, noch lässt sich dieses aus den Handlungen der Führungsriege der AfD und der allermeisten Mitglieder herleiten. Die Folge ist das völlige Ignorieren des Willens von Millionen der Wähler der AfD und zunehmende Gewalt gegen alles Konservative. Die Folge ist auch eine bewusste Verschiebung des Begriffs „Nazi“ aus der rechtsextremistischen Ecke der Gesellschaft, wo er auch hingehört, in die konservative Mitte. Alles Bürgerliche und Konservative soll in den Verdacht geraten, böse zu sein. Diese Verschiebung der Deutung der Begrifflichkeiten hat bis jetzt tatsächlich erstaunlich gut funktioniert.
Dieses Dogma blockiert nahezu alle Reformen in unserem Land, mit der Folge eines allmähligen wirtschaftlichen Niedergangs.

Wir sollten die Dogmen deutlich überdenken, egal ob sie uns gut oder böse, nützlich oder schädlich erscheinen, den Behauptungen nachgehen, die den Dogmen zugrunde liegen und diese in jedem Fall hinterfragen.
Da die meisten gesellschaftlichen Dogmen, bei näherer Betrachtung, schlichter Unsinn sind, wäre es zu wünschen, jeder einzelne setzt sich damit auseinander, widersetzt sich der Dogmatisierung und gewinnt den gesunden Menschenverstand wieder. Kein Dogma entsteht von Natur aus. Es ist immer einer bestimmten Gruppe von Nutzen und meistens zum Nachteil der Gesellschaft.
Wie sagte es schon Brian von Betlehem? „Ihr müsst mir nicht folgen, ihr seid alle Individuen!“

(RS. 26.02.26)

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