Die Geschichte der Antifa
Bild: Antifa-Logo anno 1923
Die Antifa hat in Gießen, verharmlosend gesagt, keinen demokratischen Eindruck hinterlassen. Um mitzureden scheint es deshalb um so wichtiger sich, im Rahmen einer einigermaßen fundierten politischen Bildung, mit der Geschichte der Antifa etwas näher auseinanderzusetzen.
Heute wird die Antifaschistische Aktion (Antifa) als eine „soziale Bewegung“ ohne Organisationsstruktur, ohne Anführer und ohne Quartier auf Wikipedia beschrieben. Nach eigenen Angaben soll sich diese Antifa heute gegen Neonazismus, Antisemitismus, Rassismus, völkischen Nationalismus und rechtsgerichteten Geschichtsrevisionismus stellen und diesen aktiv bekämpfen (Anm: durch den Schulterschluss der Antifa mit der Pro-Palästina-Bewegung und gegen Israel, kann der Antisemitismus aus den "Statuten" der Antifa wohl gestrichen werden).
Und tatsächlich sehen wir in den Aktionen dieser Antifa aktives und gewalttätiges Vorgehen gegen alles und jeden, der nach der Meinung der Antifa nicht ins Bild passt. Hierbei werden insbesondere auch demokratisch legitime Organisationen, Parteien und einzelne Personen ins Visier genommen, die den Anschein erwecken in der Überzeugung etwas weiter rechts als die Linke und die radikalen Teile der SPD zu stehen. Auch Journalisten geraten ins Visier der Antifa. Vor allem aber bekommt die Polizei, die zwischen allen Stühlen steht und versucht den Anschein eines Rechtsstaats aufrecht zu erhalten, die Gewalt der Antifa ab.
Bild: Antifa-Logo aktuell
Heute steht die Antifa also genau da, wo sie sich selbst sieht und wofür sie auch vor einem Jahrhundert gegründet wurde. Verharmlosend gesagt ist es die außerparlamentarische Opposition der Linken und der linksradikalen Teile der SPD und der verbotenen KPD, wenn man die aktuellen Aussagen der grünen Jugend heranzieht, offensichtlich auch von Teilen der Grünen. So zu sagen eine fleischgewordene Brandmauer gegen alles was nur etwas weiter rechts steht als der Linksradikalismus. Neidlos muss man anerkennen, dass es der Antifa gut gelungen ist sich einen skrupellosen und angstschürenden Ruf zu erwerben, sich in den Parteien bis hin zu den Gewerkschaften vernetzt zu haben und sich offensichtlich auch eines guten finanziellen Polsters zu bedienen. Auch gelingt es der Antifa immer noch, sich als einen „losen Haufen“ zu tarnen.
Das alles nötigt mit persönlich Respekt ab.
Heute sehen viele die Antifa als eine Geburt der 1968-er, die in keiner organisatorischen Kontinuität zu KPD, SPD oder anderen Parteien steht, sondern lediglich an einen parteiunabhängigen Antifaschismus seit den 20-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts anknüpft.
Geschichtlich gesehen hat die Antifa aber tiefe Wurzeln in der deutschen Parteienlandschaft. Der s.g. Antifaschismus hat in Deutschland nie unabhängig von Parteien existiert und ist von der marxistischen Linken der 20-er ausgegangen.
Da haben viele Kommunisten, Marxisten und radikale Sozialdemokraten bereits s.g. antifaschistische Aktionen gefordert.
Beim ersten Antifaschistentag am 29.07.1923 marschierten auch viele Anhänger und Mitglieder der SPD solidarisch mit der KPD und der Antifa mit.
Und so spielte die Antifa auch eine große Rolle bei dem Versuch der kommunistischen Revolution in Europa, die, geplant von der Kommunistischen Internationale, für den Oktober/November 1923 angesetzt war. Durch die militärischen Maßnahmen der Reichsregierung wurden diese revolutionären Träume der KPD jedoch beendet.
1932 wurde die Antifa offiziell als Organisation gegründet, und zwar nach der Saalschlacht im Preußischen Landtag während der Rede des Kommunisten Wilhelm Pieck am 25.05.1932. Angezettelt durch die NSDAP war diese innerparlamentarische Schlägerei der Vorwand für die KPD die Antifa als feste Organisation zu gründen.
Mit dem Begriff „Faschismus“ ging die Deutsche Linke niemals besonders sorgsam um. So bezeichneten sich die damaligen Kampfverbände der SPD und der KPD gerne gegenseitig als „Faschisten“. Alleine schon die Unbestimmtheit dieses Begriffs öffnet bis heute Tür und Tor für offene Hetze gegen alles und jeden, sobald er anders denkend ist.
In der Summe ist es verwunderlich, dass in einem Staat wie Deutschland, dem Selbstverständnis nach einem Rechtsstaat, es einer Bewegung gelungen ist sich, nach wie vor, einen Kampfverband zur aktiven politischen Unterdrückung zu unterhalten. Auch gelingt es der Antifa offensichtlich sich immer wieder aus rechtlichen Konsequenzen herauszuwinden, etwas, was z.B. der letzten Generation nie wirklich gelungen ist.
Wie gesagt, diese Verschlagenheit und eine gewisse Unfassbarkeit nötigt Respekt ab. Es soll hier aber keine Werbeveranstaltung für die Antifa sein. Ob der Staat die Kraft finden wird sich der offen marxistisch-kommunistischen Bewegung wirksam entgegen zu stellen, das bleibt abzuwarten. Bis jetzt gelang dieses nicht.
Hut ab.
(RS. 14.12.25. Quellen: Wiki, Richard Rohrmoser)