Italien greift nach dem eigenen Gold
Giorgia Meloni scheint eine kluge Frau zu sein.
Nicht nur, dass sie es faktisch geschafft hat das ganze Gerede vom neuen Italienischen Faschismus, Rechtsradikalismus usw. ad absurdum zu führen, nein, sie hat es tatsächlich geschafft auch die Italienische Wirtschaft auf einen besseren Weg zu bringen. So geschah es tatsächlich, dass die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Italiens heraufgestuft hat. Zwar nur ein Bisschen, immerhin aber etwas.
Das Bruttoinlandsprodukt Italiens steigt. Auch die Inflationsrate ist in Italien deutlich geringer als in Deutschland. Es sieht so aus, dass Georgia Meloni in den letzten Jahren einiges richtig gemacht hat.
Insgesamt scheint Italien auf eine mögliche Krise des Euros deutlich besser vorbereitet zu sein als viele andere Länder in Europa. So ist derzeit die Italienische Wirtschaft besser aufgestellt als z.B. die Deutsche. Die Eigentumsquote in Italien, was z.B. das Wohneigentum angeht, ist in Italien wesentlich höher als die Deutsche. Somit ist auch die Zahl der durch Wohnungskosten überlasteten Haushalte in Italien wesentlich geringer als in Deutschland.
Dass die Krise der Währung kommt steht für viele Analysten fest. Welches Land die Krise auslösen wird ist noch umstritten, allgemein wird auf Frankreich getippt.
In den Zeiten dieser Unsicherheit will die Italienische Regierung nun klären, wem die italienischen Goldreserven, die die drittgrößten der Welt sind, eigentlich gehören. Offenbar macht man sich in Italien Sorgen, dass Italienische Goldreserven im Falle eines Zusammenbruchs des Euro als Verfügungsmasse der Europäischen Zentralbank dienen könnten.
Diese Sorge ist schon deshalb berechtigt, weil die „Eigentumsfrage“ in ganz Europa nicht eindeutig geklärt ist.
Die allgemeine Rechtsauffassung geht zwar davon aus, dass das jeweilige Gold dem „Volk“ gehört, doch gleichzeitig können diese aber auch ein Instrument der Zentralbanken sein, z.B. die Geldstabilität sicher zu stellen.
Das treibt nicht nur in Italien den Menschen Sorgenfalten ins Gesicht. Diverse Staaten innerhalb der EU machen sich ernsthafte Sorgen um ihr eigenes Gold.
Im einem neuen Gesetzesentwurf der Italienischen Regierung soll unmissverständlich festgehalten werden, dass „die von der Banca d’Italia verwalteten und gehaltenen Goldreserven dem italienischen Volk gehören“.
(RS. 07.12.25 Quelle: FA, Statista)